Was zum Teufel ist eine CTR?
Du hast 1.000 Impressionen und 50 Menschen klicken. Glückwunsch. Deine CTR liegt bei 5 %. Aber ist das jetzt gut? Kommt drauf an.
WHAT'S INSIDE.
Was ist die CTR?
CTR steht für Click-Through-Rate, auf Deutsch: Klickrate. Sie beschreibt das Verhältnis zwischen zwei Dingen: Wie oft wurde etwas gesehen? und: Wie oft wurde darauf geklickt?
Das kann zum Beispiel ein Suchergebnis bei Google sein, eine Google-Anzeige, ein Produktlisting oder ein Link in einem anderen digitalen Kanal. Die CTR macht aus diesen beiden Zahlen eine Prozentzahl. Und die sagt erstmal nur: Wie häufig wurde aus einer Impression ein Klick? Nicht mehr. Aber auch nicht weniger.
Wie berechnet man die CTR?
Klicks ÷ Impressionen × 100 = CTR in %
Ein Beispiel: Dein Suchergebnis wurde bei Google 1.000-mal angezeigt. Davon haben 50 Menschen geklickt.
Also: 50 ÷ 1.000 × 100 = 5 %
Deine CTR beträgt also 5 %.
Google verwendet genau dieses Verhältnis sowohl in der Search Console als auch bei Google Ads zur Berechnung der Klickrate.
So weit, so einfach. Interessant wird es erst bei der Frage, was diese 5 % eigentlich bedeuten.
Was sind Impressionen?
Bevor wir eine CTR interpretieren, müssen wir kurz über ihren Nenner sprechen. Eine Impression bedeutet vereinfacht gesagt: Etwas wurde angezeigt. Bei Google Search ist es allerdings etwas genauer. In der Search Console beschreibt eine Impression, wie oft ein Nutzer einen Link zu deiner Website auf Google gesehen hat. Je nach Art des Suchergebnisses gelten dabei unterschiedliche Regeln dafür, wann Google tatsächlich eine Impression zählt. Das ist wichtig. Denn: 1.000 Impressionen bedeuten nicht automatisch, dass 1.000 Menschen deine Website bewusst wahrgenommen haben. Und 1.000 Impressionen sind auch nicht zwingend 1.000 unterschiedliche Menschen. Eine Impression ist ein Messwert. Keine Garantie für Aufmerksamkeit.
Ist eine hohe CTR gut?
Grundsätzlich? Ja!
Wenn beispielsweise zwei Ergebnisse gleich häufig angezeigt werden und eines davon deutlich häufiger geklickt wird, ist das erstmal ein interessantes Signal.
Aber eine hohe CTR ist nicht automatisch ein Beweis dafür, dass alles super läuft.
Betrachten wir zwei Seiten:
Seite A:
100 Impressionen
20 Klicks
20 % CTR
Seite B:
10.000 Impressionen
500 Klicks
5 % CTR
Welche Seite performt besser?
Wenn du nur auf die CTR schaust: Seite A. Wenn dein Ziel organischer Traffic ist: ziemlich wahrscheinlich Seite B. Und wenn die 500 Klicks von Seite B keine einzige Conversion bringen, während aus den 20 Klicks von Seite A fünf Leads entstehen? Dann sieht die Sache schon wieder anders aus. Eine Kennzahl ohne Kontext kann dir eine vollkommen falsche Geschichte erzählen.
Was ist eine gute CTR?
Die Frage, wegen der wahrscheinlich die Hälfte der Menschen überhaupt nach CTR googelt. Die etwas unbefriedigende Antwort: Es gibt nicht die eine gute CTR. Eine CTR von 2 % kann hervorragend sein. Eine CTR von 10 % kann enttäuschend sein. Denn die Zahl hängt davon ab, wo, wann, für wen und bei welcher Suchanfrage etwas ausgespielt wird.
Bei Google Ads sagt selbst Google ausdrücklich, dass eine gute CTR davon abhängt, für welche Produkte oder Dienstleistungen und in welchen Netzwerken geworben wird. Und bei organischen Suchergebnissen kommt noch einiges dazu. Zum Beispiel:
- Position in den
- Suchergebnissen.
- Suchintention.
- Art der Suchanfrage.
- SERP-Layout.
- Gerät.
- …
Und natürlich: Was Google überhaupt auf der Suchergebnisseite zeigt. Eine Suche mit vielen zusätzlichen SERP-Elementen verhält sich anders als eine Suche, bei der klassische organische Treffer dominieren.
Deshalb ist: „Eine gute CTR liegt bei X %.“ …meist keine besonders gute Analyse. Die sinnvollere Frage lautet: Ist diese CTR für diesen konkreten Kontext gut und wie entwickelt sie sich?
Warum ist meine CTR niedrig?
Jetzt wird die CTR nützlich, denn eine niedrige CTR ist nicht automatisch das Problem. Sie ist erstmal ein Hinweis darauf, dass es sich lohnt, genauer hinzuschauen.
In der organischen Suche könnten zum Beispiel diese Dinge eine Rolle spielen:
- Deine Seite rankt relativ weit unten.
- Dein Title macht nicht klar, warum jemand klicken sollte.
- Die Description passt nicht zur Suchanfrage.
- Dein Ergebnis trifft die Suchintention nicht gut genug.
- Andere Suchergebnisse wirken relevanter.
- Oder Google beantwortet einen Teil der Frage bereits direkt auf der Suchergebnisseite.
Google selbst empfiehlt im Search-Console-Leistungsbericht, Seiten mit niedriger CTR genauer zu untersuchen. Unter anderem können Title und Description oder die Übereinstimmung zwischen Inhalt und Suchanfrage Ansatzpunkte sein. Der entscheidende Punkt ist: CTR ist ein Ausgangspunkt für eine Frage. Nicht automatisch die Antwort darauf.
CTR im SEO
Für SEO begegnet dir die CTR vor allem in der Google Search Console. Dort findest du unter anderem:
- Klicks
- Impressionen
- CTR
- durchschnittliche Position
Interessant werden diese Zahlen, wenn du sie miteinander kombinierst. Eine Seite bekommt viele Impressionen, aber kaum Klicks? Anschauen! Eine wichtige Suchanfrage steht relativ weit oben, hat aber eine auffällig niedrige CTR? Anschauen! Die Position bleibt ungefähr gleich, aber die CTR verändert sich deutlich? Auch anschauen! Genau dafür ist die Search Console stark. Du kannst Daten unter anderem nach Suchanfragen, Seiten, Ländern und Zeiträumen untersuchen und vergleichen.
Was die CTR nicht sagt
Die CTR sagt dir nicht, ob jemand nach dem Klick zufrieden war. Sie sagt dir nicht, ob deine Landingpage funktioniert. Sie sagt dir nicht, ob jemand gekauft hat. Sie sagt dir nicht, ob ein Lead gut war. Sie sagt dir nicht, ob dein Traffic profitabel ist. Und sie sagt dir auch nicht automatisch, warum jemand geklickt oder nicht geklickt hat.
Sie misst einen ganz bestimmten Übergang: Impression → Klick
Das war’s. Genau deshalb ist sie nützlich. Nicht weil sie alles erklärt. Sondern weil sie einen bestimmten Teil der Customer Journey messbar macht.
CTR in einem Satz?
Die CTR zeigt dir, wie häufig aus einer Impression ein Klick wird.
Ob das gut oder schlecht ist, verrät dir die CTR allein nicht. Genau da beginnt die Analyse.
Mag Daten. Hinterfragt Zahlen. Sucht Zusammenhänge.
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